Computersucht wird jetzt als Krankheit eingestuft

Marie-Julie May

Sport, Lifestyle & Musik
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Wenn andere Interessen und Aktivitäten für Wochen oder gar Monate vernachlässigt oder negative Folgen entstehen, spricht man von einer Spielsucht Foto: dpa picture alliance

Doch die Anerkennung bringt Kontroversen auf.

Spielen bis der Arzt kommt ist tatsächlich nicht ungewöhnlich. So wurde beispielsweise in Taiwan ein 32-jähriger Gamer tot in einem Internetcafé gefunden. Auch in Korea ist ein 49-Jähriger nach einem Spielemarthon zusammengebrochen und gestorben.

Ja, die Begeisterung zum Zocken hat auch Schattenseiten, die nicht abzustreiten sind. Denn das Hobby kann bei zu vielen Spielstunden auch schnell zur Sucht werden. Deswegen wird das Zocken vor dem Bildschirm jetzt offziell als Krankheit anerkannt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nimmt ab sofort exzessives Computer- oder Videospielen in ihr Verzeichnis auf.

Drei Kriterien stufen die Spielsucht ein:

1) Verringerte Kontrolle über das Spielen und dessen Häufigkeit und Dauer

2) Dem Spielen mehr Priorität zu weisen als anderen täglichen Aktivitäten

3) Spielen trotz des Auftretens von negativen Folgen

"Spielsüchtig ist jemand, der Freunde und Familie vernachlässigt, der keinen normalen Schlafrhythmus mehr hat, sich wegen des ständigen Spielens schlecht ernährt oder sportliche Aktivitäten sausen lässt", sagt Vladimir Poznyak vom WHO-Programm Suchtmittelmissbrauch.

Die WHO bezeichnet die Sucht als „Gaming Disorder“, mit der Ärzte künftig die Sucht als psychische Erkrankung diagnostizieren können, ähnlich wie bei der Glücksspielsucht.

Doch mehrere Psychologen kritisierten die WHO bereits, da sie befürchten, dass künftig auch die normale Nutzung von Spielen negativ behaftet sein könnte.

Quelle: Noizz.de

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